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Anforderungen an Sicherheitsleitsysteme

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Fluchtwege müssen gut erkennbar sein - Bild
Fluchtwege müssen gut erkennbar sein

BGV A8 und BGR 216 definieren Anforderungen an Sicherheitsleitsysteme. Dazu gehören u.a. die Forderung einer Kennzeichnung von Fluchtwegen und Brandschutzmitteln in langnachleuchtender Ausführung und der Errichtung eines optischen Sicherheitsleitsystems.

Optisches Sicherheitsleitsystem

Sicherheitskennzeichnungen und Fluchtwege müssen auch im Dunkeln gut sichtbar sein. Deshalb fordert die Berufsgenossenschaftliche Regel (BGR) 216 „Optische Sicherheitsleitsysteme“ die Konzeption und Errichtung eines entsprechenden Sicherheitsleitsystems.
Unter einem optischen Sicherheitsleitsystem versteht man optische Markierungen, Richtungshinweise und Sicherheitskennzeichnungen, die den Fluchtweg deutlich sichtbar auszeichnen und die flüchtenden Personen durchgehend nach draußen oder zum nächsten sicheren Bereich leiten.

Entsprechend zu kennzeichnen sind:

  • Rettungswege
  • Treppen mit Trittkanten
  • Treppenhauswände
  • Handläufe und Rampen
  • Einrichtungen des Brandschutzes
  • Fluchttüren
  • Notausgänge mit Türgriffen
  • und Türumrandungen

Rauchentwicklung verschlechtert Sicht

Im Brandfall droht nicht nur der Stromausfall, sondern auch die Rauchentwicklung kann die Sichtweite entlang der Flucht- und Rettungswege deutlich verschlechtern. Nur oberhalb des Fußbodens verbleibt in der Regel ein Bereich, der weniger vom Rauch betroffen ist. Das Sicherheitsleitsystem muss bodennah, also mit Oberkante maximal 40 Zentimeter über dem Bodenniveau, installiert sein, da die höher liegenden Kennzeichnungen mitunter im Brandfall kaum noch sichtbar sind.
Nach BGR 216 muss ein bodennahes Sicherheitsleitsystem immer dann errichtet werden, wenn ein nicht bodennahes Sicherheitsleitsystem seine Aufgabe wegen Verrauchung nicht erfüllen kann.

Passende Sicherheitskennzeichnung

Sicherheitsleitsysteme werden nicht nur in bodennah und nicht bodennah unterschieden, sondern auch in lichtspeichernd, also nachleuchtend, und elektrisch, und somit selbstleuchtend. Entsprechend der Vorgaben der BGV A8 müssen die Kennzeichnungen von Fluchtwegen und Brandschutzmitteln in langnachleuchtender Ausführung erfolgen, wenn die Kennzeichnungen bei Stromausfall nicht beleuchtet sind.

Sichtbar auch bei Stromausfall

Langnachleuchtende Sicherheitskennzeichnungen leuchten aufgrund eines physikalischen Effektes auch nach einem Stromausfall eine gewisse Zeit nach. Die Nachleuchtzeit hängt dabei ab von der Dauer der vorherigen Lichteinwirkung und dem verwendeten Material des jeweiligen Kennzeichens.
Sie funktionieren folgendermaßen: Durch das auf die entsprechend präparierten Sicherheitskennzeichnungen einfallende Licht werden die Elektronen in den Atomen der genutzten chemischen Verbindungen angeregt, also in ein höheres Energieniveau versetzt. Nach einer gewissen Zeit findet eine Rückkehr in niedrigere Energieniveaus statt und es kommt zur Abstrahlung von Phosphoreszenzlicht. Auf dem Markt ist eine Vielzahl von verschiedenen Ausführungen für Sicherheitskennzeichnungen vorhanden.
Ziel der BGR 216 ist es letztlich, eine sichere und schnelle Rettung aus dem gefährdeten Bereich auch bei Dunkelheit, Stromausfall und Verrauchung zu ermöglichen.

Autor: Oliver Schonschek, Diplom-Physiker und Fachjournalist

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