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Die Elektrofachkraft - EFK 4.8 0 5 6

Ausbildung und Qualifikation einer Elektrofachkraft (EFK)

Der Status EFK kann verjähren.
Der Status EFK kann verjähren. (Bildquelle: Hongqi Zhang/iStock/Thinkstock)

Ob sich jemand Elektrofachkraft (EFK) nennen darf oder nicht, ist ein viel diskutiertes Thema. Das Gebiet der Elektrotechnik ist vielfältig und verändert sich laufend. Deshalb muss eine EFK besondere Anforderungen erfüllen, um verantwortungsvoll und sicher arbeiten zu können.

Die EFK: der „Erfüllungsgehilfe“ des Vorgesetzten

Laut BGB und ArbSchG braucht ein Vorgesetzter einen „Erfüllungsgehilfen“, der die Verantwortung für die „Elektrizität“ übernimmt. Diese Aufgabe fällt der Elektrofachkraft zu. Sie muss laut diesen Gesetzen so ausgebildet und qualifiziert sein, dass sie ihre Aufgaben vernünftig wahrnehmen kann.

Ausbildung allein macht noch keine EFK

Um Aufgaben richtig erfüllen zu können, reicht eine Ausbildung allein nicht aus. Da sich die Technik ständig weiterentwickelt und sich Gesetze und Vorschriften schnell ändern können, muss sich eine Elektrofachkraft kontinuierlich weiterbilden. Daher fordert die DGUV Vorschrift 1 (bisher: BGV A1) regelmäßige Schulungen, und zwar mindestens einmal pro Jahr. Entsprechend kann eine Qualifikation zur EFK auch erlöschen, wenn eine Person längere Zeit in einem berufsfremden Arbeitsgebiet tätig ist. Wann dieser Zeitraum zu lang ist, muss die verantwortliche Elektrofachkraft im Einzelfall beurteilen. Die verantwortliche Elektrofachkraft wird vom Unternehmer beauftragt und übernimmt nach DIN VDE 1000-10 die Fach- und Aufsichtsverantwortung.

DIN VDE 1000-10: Definition der EFK

Die Norm DIN VDE 1000-10 definiert eine Elektrofachkraft als eine Person, die aufgrund ihrer „fachlichen Ausbildung, Kenntnisse und Erfahrungen sowie Kenntnis der einschlägigen Normen die ihr übertragenen Arbeiten beurteilen und mögliche Gefahren erkennen kann“. Zu den einschlägigen Normen, die eine Elektrofachkraft kennen muss, zählen nicht nur DIN- und VDE-Normen, sondern auch andere Vorschriften wie z.B. die Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV), TRBSen, Unfallverhütungsvorschriften. Arbeitet eine EFK an Anlagen, die an das öffentliche Elektrizitätsversorgungsnetz angeschlossen sind, muss sie im Installateurverzeichnis des Verteilungsnetzbetreibers (VNB) eingetragen sein.

Abb. 1: Eine fachliche Ausbildung, Kenntnisse und Erfahrungen und Kenntnis der wichtigen Normen sind ein Muss für jede EFK.

Ausbildung und praktische Erfahrungen machen die EFK aus.

Fachliche Ausbildung

Grundlage für die Tätigkeit als EFK ist eine fachliche Ausbildung in einem bestimmten Arbeitsgebiet der Elektrotechnik: die Ausbildung in einem anerkannten Ausbildungsberuf zum Gesellen/Facharbeiter, Handwerksmeister, Industriemeister, staatlich geprüften Techniker oder Diplomingenieur bzw. Bachelor oder Master. Auch eine dokumentierte mehrjährige Tätigkeit mit einer Ausbildung in Theorie und Praxis kann diese fachliche Grundlage bilden.

Abgrenzung zwischen EFK, EuP und Laien

Als elektrotechnisch unterwiesene Person (EuP) definiert die DIN VDE 1000-10 eine Person, die „durch eine Elektrofachkraft über die ihr übertragenen Aufgaben und die möglichen Gefahren bei unsachgemäßem Verhalten unterrichtet und erforderlichenfalls angelernt sowie über die notwendigen Schutzeinrichtungen und Schutzmaßnahmen belehrt wurde“. Eine EuP darf unter Anleitung und Aufsicht einer Elektrofachkraft an elektrischen Anlagen und Betriebsmitteln arbeiten. Eine Person, die weder EFK noch EuP ist, gilt als elektrotechnischer Laie. Dazu gehören auch Studierende der Elektrotechnik.

Keine EFK kann alles!

Abb. 2: Arbeiten an Hochspannungsanlagen darf nicht jede EFK ausüben.

Eine EFK für alle Tätigkeiten gibt es nicht.

Von der Fernmeldetechnik über den Elektromaschinenbau bis hin zur Arbeit an Hochspannungsanlagen – die Elektrotechnik ist ein vielseitiges Arbeitsfeld. Deshalb steht in Anhang A der DIN VDE 1000-10 ganz klar, dass es keine EFK gibt, die umfassend für alle Arbeitsgebiete ausgebildet und qualifiziert ist. Im Klartext: Eine Elektrofachkraft auf dem Gebiet der Fernmeldetechnik ist ein Laie im Umgang mit Hochspannungsanlagen.

Autorin: Birgit Adam