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Wer bestellt die verantwortliche Elektrofachkraft?

Die verantwortliche Elektrofachkraft ist schriftlich zu bestellen.
Die verantwortliche Elektrofachkraft ist schriftlich zu bestellen. (Bildquelle: ijeab/iStock/Thinkstock)

27.09.2017

Frage aus der Praxis

In unserem Unternehmen gibt es einen Konzerngeschäftsführer (CEO) und mehrere ihm unterstellte Geschäftsführer (alle sind elektrotechnische Laien). Dürfen die Geschäftsführer die verantwortlichen Elektrofachkräfte bestellen oder muss das der Konzerngeschäftsführer selbst machen?

Antwort des Experten

Dipl.-Wirtsch.-Ing. (FH) Markus Klar, LL.M.

Vorab sollte geklärt werden, ob den Geschäftsführern für ihren Zuständigkeitsbereich die volle Verantwortung übertragen wurde. Sind die potenziellen verantwortlichen Elektrofachkräfte dem Geschäftsführer unterstellt?

Grundsätzlich sollte eine Aufgabendelegation an der Stelle oder Ebene ansetzen, in der die Aufgabe ursprünglich zu verantworten ist. Dabei könnte ich mir Folgendes vorstellen:

→ CEO setzt Geschäftsführer ein und überträgt ihnen die Gesamtverantwortung für den Geschäftsbetrieb ihrer örtlichen Niederlassung (GmbH).

→ Die Geschäftsführer sind für den elektrotechnischen Betrieb verantwortlich

→ und können (und sollten) dann auch "ihre" verantwortlichen Elektrofachkräfte einsetzen können/dürfen.

Kommentare

Kommentar von Donth Gerhard |

Frage: Kann die verantwortliche Elektrofachkraft auch durch einen externen besetzt werden? Als Beispiel von einem Mitarbeiter eines Sachverständigenbüros.

Kommentar von Martin Weber |

Die "Frage aus der Praxis" wurde gut beantwortet.
In den vielfältigen Organisationsstrukturen von Großbetrieben gibt es ebenso vielfältige Varianten und damit verbundene Fragen, sowohl bei den betroffen (zukünftigen) VEFK's als auch bei deren Geschäftsführern. Diesen sei vor allem Band 135 der VDE-Buchreihe (ISBN 978-3-8007-3149-7) ans Herz gelegt. Viele weitere Punkte werden darin aufgezeigt und helfen Stolperfallen zu erkennen bzw. zu umgehen. Bei mehreren VEFKs in verschiedenen Geschäftsbereichen sei noch beispielhaft auf die leitende VEFK und deren Einordnung in der Hirachie hingewiesen.
Bei der Übertragung von Unternehmerpflichten spielt es übrigens keine Rolle, ob es sich um eine "interne" oder eine "externe" Person handelt. Wichtig ist immer die Qualifizierung - denn die Auswahlverantwortung der Geschäftsführung gilt nicht nur vor der Bestellung einer VEFK sondern auch danach!

Kommentar von Erik Lupp |

Frage: Wie sieht die Haftung für eine Elektrofachkraft
zum prüfen von handgeführten Elektogeräten aus, wenn keine schriftliche Bestellung vorliegt?

Kommentar von Martin Weber |

Die Garantenstellung der VEFK ist nicht obligatorisch! Jede Person, die eine Gefährdung erkennt, oder z. B. auch ein Verstreichen der Frist bei der Prüfung ortsveränderlichen Betriebsmittel, hat dies dem Vorgesetzten und notfalls der Geschäftsleitung zu melden. Jedes nachweisliche Versäumnis ist strafbar. Insbesondere, wenn dadurch jemand zu Schaden kommt. Das betrifft alle.

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