Document Actions

Glossar

Fehlerstrom-(FI-)Schutzeinrichtung (RCD)

Fehlerstrom-(FI-)Schutzeinrichtung (RCD) ist ein Schaltglied, das über einen Summenstromwandler die Ströme richtungsabhängig überwacht, die in die zu schützende elektrische Anlage hineinfließen. Beim Auftreten eines Fehlers in der Anlage fließt ein Teil des Stroms nicht über den Summenstromwandler, sondern z.B. über Erde zur Stromquelle zurück. Das im Wandler entstehende Ungleichgewicht wird von der Fehlerstrom-Schutzeinrichtung als Auslösekriterium verwendet. Im Rahmen der EU-Harmonisierung werden künftig für die verschiedenen Arten der Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen folgende aus dem englischen Sprachraum übernommene neue Begriffe eingeführt werden:

RCD (Residual current device) - Fehlerstrom-Schutzeinrichtung (allgemein)

RCCB (Residual current circuit breaker) - Fehlerstrom-Schutzschalter und Differenzstrom-Schutzschalter (ohne eingebautem Überstromschutz)

RCBO (Residual current operated circuit breakers with integral overcurrent protection) - Fehlerstrom-Schutzschalter und Differenzstrom-Schutzschalter (mit eingebautem Überstromschutz)

PRCD (Portable residual current device) - Ortsveränderliche Fehlerstrom-Schutzeinrichtung (mit FI oder DI)

SRCD (Fixed-socket outlet residual [protective] current device) - Ortsfeste Fehlerstrom-/Differenzstrom-Schutzeinrichtung in Steckdosenausführung. PRCD und SRCD sind nach den deutschen Normen (elektrotechnischen Regeln) nicht zur Realisierung der in DIN VDE 0100 Teil 410 geforderten Maßnahmen zum Schutz bei indirektem Berühren zugelassen. Sie dienen lediglich zur Erhöhung des in den Normen geforderten Schutzpegels.

Die Schutzmaßnahme Fehlerstromschutzschaltung umfasst die gesamten, dem Schutz bei indirektem Berühren dienenden Maßnahmen und ihre Installationen in einer elektrischen Anlage. Daher muss bei einer Prüfung nach § 5 BGV A3 von den Verbraucheranschlüssen ausgegangen werden. Schutzleiter in der Anlage sind in diese Prüfung ebenso mit einzubeziehen wie die Fehlerstrom-Schutzeinrichtung und, falls nicht der PE-Leiter des Netzes als Schutzleiter verwendet wird, der zugehörige Hilfserder.

Da es sich hier um eine unter Umständen sehr weitreichende und komplexe Aufgabe handelt, dürfen die Prüfungen nur von der Elektrofachkraft eigenhändig oder unter ihrer Leitung und Aufsicht durch elektrotechnisch unterwiesene Personen mit besonders geeigneten Prüfgeräten, die eine funktionsgerechte Prüfung gewährleisten, durchgeführt werden. Bei fliegenden Bauten und anderen nichtstationären Anlagen ist eine mindestens monatliche Prüfung der Schutzmaßnahme mit Fehlerstrom-Schutzeinrichtung vorgeschrieben