Die Stadt München ist neuer Partner des „GreenLight“-Programms der Europäischen Kommission. Bei einer Veranstaltung in München überreichte Mechthild Zumbusch von der Berliner Energieagentur (BEA) heute die Partnerurkunde an Volker Kreß und Ralf Noziczka von der Abteilung Straßenbeleuchtung und Verkehrstechnik der Stadt.
Kommunale Beleuchtung
BEA ist die nationale Kontaktstelle für die Initiative. Aufgenommen wurden über 30 Partner in Deutschland, darunter acht aus Bayern. Sie haben sich verpflichtet, ihre Beleuchtung auf den neuesten Stand der Technik zu bringen und so Energieverbrauch und CO2-Ausstoß zu vermindern. Insgesamt hat das Programm 500 Projektpartner in 26 europäischen Staaten.
In München wurden in den vergangenen Jahren – so Kreß – bereits über 25 Prozent der Straßenbeleuchtung erneuert. Weitere umfangreiche Sanierungen sind in den kommenden Jahren geplant. Bislang habe dies dazu geführt, dass der Energieverbrauch für die modernisierte Straßenbeleuchtung um 38 Prozent gesunken sei und damit jährlich rund 1.000 Tonnen CO2 weniger abgegeben werden, so Kreß.
Bayerns Wirtschaftsstaatssekretär Markus Sackmann würdigte das Engagement bayerischer Kommunen für mehr Klimaschutz und verbesserte Energie-Effizienz: „Bayern hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2020 die CO2-Emissionen von heute sieben Tonnen auf deutlich unter sechs Tonnen pro Kopf zu mindern und die Energieproduktivität um 30 Prozent zu steigern. Um dieses Ziel zu erreichen, sind Anstrengungen in allen Bereichen der Energienutzung erforderlich.
Mit Investitionen in moderne energie-effiziente Straßenbeleuchtung leisten bayerische Kommunen dazu einen wertvollen Beitrag.“ Staatssekretär Sackmann sprach vor knapp hundert Interessenten von Städten und Gemeinden aus Bayern im Haus der Bayerischen Wirtschaft im Rahmen der „Roadshow Kommunale Beleuchtung“. Veranstalter sind der ZVEI - Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e.V. und die Kampagne „Energiesparende Beleuchtung“ der BEA. In Bayern wird die Reihe unter anderem vom Bayerischen Energieforum und der Energieagentur Mittelfranken unterstützt.
Jedes Jahr 480 Mio. Euro Einsparpotenzial in Bayern
Das gesamte Einsparpotenzial bei der Beleuchtung in Bayern beträgt nach Schätzung des ZVEI jährlich 480 Mio. Euro. Insbesondere die Straßenbeleuchtung ist häufig veraltet. „Jede dritte Straßenlaterne ist noch aus den 60er-Jahren. Mit so veralteter Technik wird Geld der Bürger buchstäblich verbrannt“, erläuterte Dr. Jürgen Waldorf, Geschäftsführer der ZVEI-Fachverbände Elektroleuchten und Elektrische Lampen. „Nur etwa drei Prozent der Lampen und Leuchten werden jedes Jahr erneuert.“
Contracting: Energiesparen von privaten Geldgebern finanziert
„Zahlreiche Städte und Gemeinden haben erhebliche Einsparpotenziale“, sagte Waldorf. Der Verbrauch für die Beleuchtung von Straßen, Plätzen, Verwaltungsgebäuden, Schulen und Krankenhäusern mache bundesweit einen großen Teil des gesamten Strombedarfs von Kommunen aus. Neue Finanzierungsmodelle wie das so genannte Contracting seien gute Instrumente für Städte und Gemeinden, ihre Hausaufgaben zu machen. Private Geldgeber finanzieren dabei Investitionen vor. Stromeinsparungen und CO2-Verminderung lassen sich so ohne finanzielle Belastung für Kommunen erreichen, so Waldorf.
Quelle: www.zvei.de