Dem mitteldeutschen Elektrohandwerk mangelt es an Auszubildenden zu Elektrofachkräften. Das liegt zum einen am Geburtenknick im Osten und zum anderen daran, dass nicht alle Bewerber die nötigen Voraussetzungen mitbringen. Auf der Fachmesse für Gebäude- und Elektrotechnik, Klima und Automation efa haben Jugendliche vom 28. bis 30. Oktober 2009 die Chance, sich über die Branche zu informieren.
Die Suche nach jungen Elektrofachkräften geht weiter
Mittlerweile herrscht ein bundesweiter Mangel an Elektrofachkräften. Zehntausende werden gesucht – besonders in den neuen Bundesländern. In den 2.000 Fachfirmen in Thüringen sind nach Auskunft von Landesinnungsmeister Rainer Müller gut die Hälfte der Mitarbeiter älter als 50 Jahre.
Der Anteil der Elektrofachkräfte unter 35 Jahren schrumpfte in Thüringen dagegen auf unter ein Fünftel. In Sachsen und Sachsen-Anhalt verhält es sich ähnlich. Viele Elektromeister finden daher keine Nachfolger für ihren Betrieb.
Nachwuchsmangel durch Geburtenrückgang
Die Nachwuchsproblematik rührt vor allem aus dem Geburtenrückgang seit 1990. Es gibt immer weniger Schulabgänger und damit immer weniger potenzielle Lehrlinge. Während 1995 in den rund 4.000 sächsischen Elektrohandwerksfirmen noch 1.273 Lehrlinge ausgebildet wurden, schrumpfte die Quote danach kontinuierlich. 1999 waren es noch 808, gegenwärtig sind es 411 angehende Elektronikergesellen.
Lehrlinge gesucht
Durch diese Entwicklungen alarmiert, will das mitteldeutsche Elektrohandwerk die efa - Fachmesse für Gebäude- und Elektrotechnik, Klima und Automation, die vom 28. bis 30. Oktober 2009 in Leipzig stattfindet, nutzen, um auf die Attraktivität der Branche für junge Menschen hinzuweisen.
Auch die Leipziger Messe unterstützt mit verschiedenen Aktionen die Gewinnung von Branchennachwuchs. So gibt es beispielsweise gezielt für Lehrlinge die "Werkstattstraße". In diesem efa-Ausstellungsbereich schulen verschiedene Firmen den Nachwuchs im praktischen Umgang mit Herstellerprodukten.
Nicht jeder für Ausbildung zur Elektrofachkraft geeignet
Aber nicht alle Bewerber eignen sich für eine Ausbildung zur Elektrofachkraft. Immer wieder gebe es Bewerber für den Beruf des Elektronikers, denen es an physikalischem Grundwissen fehle, etwa beim Berechnen eines Querschnitts oder eines Kreisumfanges. Das schlage sich dann auch in den Prüfungsergebnissen nieder, so Dietmar Dietz, Geschäftsführer des sachsen-anhaltischen Landesinnungsverbandes der Elektrohandwerke in Magdeburg.
Für Bernd Reichardt, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Mittelthüringen in Erfurt, handelt es sich hierbei aber um kein spezielles Problem des Elektrogewerbes. In nahezu allen Gewerken sei das Niveau der Schulabgänger in den letzten Jahren spürbar gesunken, bedauert er. Die meisten scheiterten allerdings nicht an praktischen Aufgaben, sondern in der Theorie. Es fehle ihnen an Vorkenntnissen in Mathematik, Physik und anderen naturwissenschaftlich-technischen Fächern.
Erschwerend bei der Auswahl geeigneter Jugendlicher komme in Thüringen hinzu, dass die Schulabgängerzahlen in den letzten beiden Jahren um rund ein Viertel zurückgegangen sind, so Reichardt.
Quelle: www.leipziger-messe.de