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Stromverbrauch

Intelligente Stromzähler: Seit 1. Januar Pflicht

Seit 1. Januar 2010 sind intelligente Stromzähler - auch "Smart Meter" genannt - Pflicht. Die Geräte helfen, den Stromverbrauch zu drosseln und den Betrieb stromintensiver Geräte in Zeiten zu verlegen, in denen der Strom kostengünstig zur Verfügung steht.

Intelligente Stromzähler: Seit 1. Januar Pflicht

Intelligenter Stromzähler - seit 1. Januar ist er bei Neubauten Pflicht (Foto: EVB Energie AG)

Stromanbieter sind seit dem 1. Januar verpflichtet, ihren Kunden intelligente Stromzähler anzubieten.  Eingeführt wird der intelligente Stromzähler vorerst nur begrenzt. Einen intelligenten Stromzähler bekommt, wer ab 2010

- ein neues Haus baut

- ein Haus grundlegend saniert bzw. renoviert

- seinen Energieversorger darum bittet

Der Kunde bekommt mit den neuen Zählern ein Instrument in die Hand, mit dem er seinen Stromverbrauch selbst kontrollieren und steuern kann. Die minutengenaue Dokumentation des Stromverbrauchs soll Stromfresser enttarnen und erspart die jährliche Ablesung am Stromzähler im Keller: Niemand muss mehr zum Ablesen ins Haus kommen.

Der intelligente Stromzähler - Stromverbrauch transparent gemacht

Zwar spart ein intelligenter Stromzähler keinen Strom, aber man kann ihn zum Energiesparen einsetzen. Das Problem der alten Zähler war, dass der augenblickliche Stromverbrauch kaum zu erkennen ist. Da dreht sich ein Rad hinter einer Scheibe, mal schneller, mal langsamer, aber warum und wieso bleibt rätselhaft. Mit den neuen Zählern kann der augenblickliche Verbrauch dagegen auf das Kilowatt genau bestimmt werden. Sind alle Geräte aus, aber der Stromverbrauch ist trotzdem hoch? Dann alle Geräte im Stand-by-Modus komplett ausschalten. Immer noch nicht niedriger? Dann könnten die versteckten Stromfresser der Grund dafür sein, zum Beispiel der Klassiker, die Heizungspumpe.

So wird deutlich, was ein Zähler alles kann. Mit ihm und ein bisschen Eigeninitiative kann man seine Stromrechnung tatsächlich senken. Doch ab 2010 ändert sich noch mehr, und auch das setzt einen intelligenten Zähler voraus. Ab Dezember müssen die Energiekonzerne ihren Kunden sogenannte "last- oder tageszeitvariable Tarife" anbieten. Die Frühform dieser Tarife kennen Millionen Deutsche als Strom für die Nachtspeicherheizung. Nachts, wenn der Strom billig ist, wurden diese Heizungen mit günstigerem Strom aufgeladen. Das funktionierte über Jahrzehnte gut, weil das Verbrauchsverhalten in Deutschland ähnlich war: Unter der Woche wurde tagsüber viel Strom verbraucht, nachts weniger. Um die Kraftwerke gleichmäßiger auszulasten, wurde der Strom dann billig, wenn der Verbrauch am geringsten war.

Doch diese Zeiten sind vorbei. Spätestens seit dem verstärkten Einsatz der erneuerbaren Energien wie der Windkraft machen die last- und zeitvariablen Tarife Sinn: Bläst der Wind in Deutschland kräftig, dann kann soviel Strom produziert werden, dass manche Kunden sogar Geld dafür bekommen, wenn sie Strom verbrauchen.

Mit einem intelligenten Zähler können günstige Tarife von jedem genutzt werden. Der Stromversorger schickt dem Zähler das Signal, dass der Strom jetzt günstig ist. Wer dies ausnutzen will, kann stromintensive Geräte wie Wäschetrockner oder Backofen anwerfen. Das hat Grenzen, ganz klar. Wer will schon nachts um drei die Waschmaschine anwerfen, nur weil der Strom gerade mal günstig ist?

Intelligente Stromzähler - intelligente Elektrogeräte

Doch die Grenzen sind geringer, als sich das mancher vorstellen mag. Intelligente Stromzähler sind auch die Voraussetzung für den nächsten Modebegriff, der da um die Ecke kommt: "Smart Appliances". Dahinter verbergen sich "intelligente Hausgeräte". Das funktioniert so: Energieversorger schicken in Zeiten niedriger Strompreise das Signal an den Zähler, dass der Strom günstig sei. Der Zähler wiederum schickt dann der nächsten Generation von Hausgeräten, den "Smart Appliances", das Signal, jetzt zu starten. Die vorher geladene Waschmaschine im Keller läuft an, die Wäsche ist morgens fertig. Und auch die Tiefkühltruhe, die bislang rein nach Temperatur gesteuert wurde, nutzt den günstigen Strom, um sich herunterzukühlen. So vorbereitet, hält sie den ganzen Tag über ihre Temperatur ein.
Das Thema "Smart Appliances" lässt sich weiterspinnen. Sollte der Strom im Netz einmal knapp werden, könnten Elektroautos den Strom ihrer Batterien ins Netz speisen, was dem Besitzer wiederum Geld einbringen würde. Geladen wird das Elektromobil dann, wenn der Strom günstig ist. Entscheidend bei allen diesen Überlegungen ist, dass die Einbahnstraße aufgehoben wird, also Informationen oder Strom in beide Richtungen fließen können.

Mit dem neuen intelligenten Stromzähler bekommt der Kunde wesentlich mehr als nur einen Zähler. Er bekommt die zentrale Steuereinheit für das Energiemanagement der Zukunft. Mit ihm kann der Kunde seinen Energieverbrauch und damit die Kosten in einem bestimmten Rahmen selbst steuern.

Die genauen Termine für die Einführung der intelligenten Stromzähler 2010:

  • Ab sofort: Ein Kunde kann monatliche, viertel- oder halbjährliche Stromrechnungen bekommen, die auf dem tatsächlichen Verbrauch basieren. Das ist das Ende der geschätzten Abschlagszahlungen.
  • 1. Januar 2010: Neubauten (oder grundlegend sanierte oder renovierte Gebäude) müssen diese Zähler haben
  • 1. Januar 2010: Einbau der intelligenten Stromzähler auf Kundenwunsch
  • 30. Dezember 2010: Angebot von last- oder zeitvariablen Tarifen

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Quelle: Stromtipp.de

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