Der Fachverband Elektro- und Informationstechnik Baden-Württemberg und die IG Metall Bezirk Baden-Württemberg haben sich in Stuttgart auf einen Tarifabschluss verständigt. Der Tarifabschluss sieht für die rund 50.000 Beschäftigten im Elektrohandwerk in Baden-Württemberg zum 1. Januar 2010 eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um 2,5 Prozent vor. Ab 1. April 2011 erfolgt in einer zweiten Stufe eine weitere Anhebung der Löhne und Gehälter um 1,65 Prozent.
Verständigung auf Tarifabschluss im Elektrohandwerk
Für die unter den Geltungsbereich des Tarifvertrags fallenden knapp 4.200 Auszubildenden wird die Ausbildungsvergütung ab 1. Januar 2010 nach Ausbildungsjahren gestaffelt erhöht.
Darüber hinaus erhalten die Beschäftigten und Auszubildenden für den Zeitraum 1. April 2009 – 31.12.2009 eine Einmalzahlung.
Tarifabschluss: Änderungen im Bereich des Manteltarifvertrags
Der Tarifabschluss umfasst darüber hinaus Änderungen im Bereich des Manteltarifvertrages, Urlaubsabkommens und der Vermögenswirksamen Leistungen.
Tarifverhandlungen im Elektrohandwerk von schwieriger wirtschaftlicher Situation geprägt
Die Tarifverhandlungen waren maßgeblich von der derzeit schwierigen wirtschaftlichen Situation in der Branche, aber auch von der nur schwer zu prognostizierenden zukünftigen wirtschaftlichen Entwicklung geprägt.
So sehen sich die Betriebe mit den Folgen der Wirtschaftskrise konfrontiert und verweisen auf ausbleibende Aufträge aus Industrie und Gewerbe.
Häufig sind diese Auftragsrückgänge trotz der bestehenden Nachfrage nach Systemen zur Nutzung regenerativen Energien von vielen Betrieben nicht zu kompensieren.
Nachwuchssicherung im Elektrohandwerk
Dennoch zeigte sich der Vorsitzende der Tarifkommission des Fachverbands, Richard Eschbach aus Bad Säckingen, zufrieden mit dem Tarifergebnis. Insbesondere die 33-monatige Laufzeit des maßvollen Tarifabschlusses gibt den Betrieben Planungssicherheit.
Darüber hinaus findet insbesondere auch die demografische Entwicklung im Tarifabschluss Berücksichtigung. Die nach Ausbildungsjahren unterschiedlich gewichtete Erhöhung bei den Ausbildungsvergütungen ist ein Ansatz zur Nachwuchssicherung im Elektrohandwerk Baden-Württemberg. Auch die Lockerung der Alterssicherung bei Neueinstellungen ermöglicht Betrieben mehr Flexibilität bei der Beschäftigung von erfahrenen Beschäftigten.
Letztendlich ist es dem Fachverband mit der deutlichen Erhöhung der Obergrenze des Arbeitszeitkontos erneut gelungen, für die Betriebe die Rahmenbedingungen im Hinblick auf einen flexiblen Personaleinsatz zu optimieren.
Fachverband Elektro- und Informationstechnik Baden-Württemberg
Der Fachverband Elektro- und Informationstechnik Baden-Württemberg ist die Dachorganisation der 38 Elektro- bzw. Informationstechniker-Innungen im Land und vertritt die Interessen von rund 10.000 Handwerksunternehmen der Elektrotechnik, der Informationstechnik und des Elektromaschinenbaus.
Dabei erwirtschaften über 50.000 Beschäftigte einen jährlichen Umsatz von rund 5,5 Mrd. Euro.
Knapp 4.400 junge Menschen werden derzeit in einem der attraktiven Ausbildungsberufe im Bereich Elektroniker/in mit den Fachrichtungen „Energie- und Gebäudetechnik“, „Automatisierungstechnik“ und „Informations- und Telekommunikationstechnik“, im Bereich Systemelektroniker/in, im Bereich Elektroniker für Maschinen und Antriebstechnik sowie im Bereich Informationselektronik mit den Schwerpunkten „Geräte- und Systemtechnik“ bzw. „Bürosystemtechnik“ zum Facharbeiter ausgebildet.
Quelle: www.fv-eit-bw.de