Sicherheit
Elektrischer Strom – Welche Gefahren und Unfallarten können sich daraus ergeben?
Sind der elektrische Schlag oder die Körperdurchströmung wirklich die einzigen Gefahren? Welche Gefahren gibt es noch? Welche Schutzpflichten werden eingefordert?
Gefahren des elektrischen Stroms
Elektrischer Strom ist heute aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Vom Licht über die Waschmaschine, bis zu sämtlichen elektrischen Anlagen in der Produktion, Straßenbeleuchtungen und Ampeln. Egal, was wir ansehen, ohne Strom geht nichts mehr. Doch: sind uns nach wie vor die Gefahren dieser Energie bewusst? Sind alle elektrischen Geräte und Anlagen so sicher, dass der jeweilige Anwender mit seinem Laien- oder Fachwissen sie sicher bedienen und nutzen kann?
Im Folgenden werden die Gefahren und Schutzpflichten genauer beleuchtet. Vom Grundprinzip her kommt auch in diesem Bereich wieder zur Fürsorgepflicht als absolute Grundpflicht eines Arbeitgebers zum Tragen.
Rechtlicher Hintergrund
Das ArbSchG fordert in den Grundpflichten des Arbeitgebers, dass dieser für Schutz der menschlichen Gesundheit und der Umwelt zu sorgen hat.
Weitere Forderungen zur Sicherheit gibt es u.a. in der Betriebssicherheitsverordnung BetrSichV §§7 und 8, Anhang 1, BGV A1 und DIN VDE 0100 Teil 410 (Schutz gegen elektrischen Schlag)
Welche Gefahren gibt es?
Prinzipiell gibt es folgende Gefahren, die durch elektrischen Strom entstehen können:
- Gefahr durch Kurzschluss
- Gefahr durch Körperdurchströmung
- Gefahr durch Sekundärunfälle
Wann kommt es zu welcher Unfallart?
- Kurzschluss
Ein Kurzschluss entsteht immer dann, "wenn zwei aktive Teile unterschiedlichen Potenzials elektrisch leitend verbunden werden". Der zwischen diesen Teilen fließende Strom wird Kurzschlussstrom genannt.
Folgende Auswirkungen und Folgen sind dabei u.a. möglich:- akustische Auswirkungen
z.B. Knalltraumata durch entsprechenden Lärm - thermische Auswirkungen
Verbrennungen, Brände, Druckwellen, Schmelzen von Metall, etc. - Blenden oder Verblitzen der Augen
- elektrodynamische Kräfte
- akustische Auswirkungen
- Körperdurchströmung
Die Körperdurchströmung ist eine Sonderform des Kurzschlusses. Der Kurzschlussstrom läuft hierbei durch den menschlichen Körper. Die daraus resultierende Gefährdung hängt ab von- der Höhe des Stroms
- der Zeit des Stromflusses
- dem Weg des Stromflusses (geht der Strom über das Herz?)
- Sekundärunfälle
Diese Unfallursache wird bei Stromunfällen oft übersehen. Sekundärunfälle können dann entstehen, wenn der elektrische Strom den menschlichen Körper nur kurzzeitig durchströmt. Hierbei muss es noch nicht zu strombedingten Verletzungen kommen. Häufig resultieren daraus aber aufgrund von Abwehr- oder Schreckreaktionen Unfälle wie:- Sturz oder Absturz
jemand führt Arbeiten auf einer Leiter aus und stürzt durch die Schreckreaktion auf einen elektrischen Schlag ab - Verletzungen, wie Schnitte, Stiche, Quetschungen, usw.
schnelles Zurückziehen der Hand aus dem Gefahrenbereich > Schürfen oder Aufschneiden an scharfen Metallkanten o.Ä. - Verletzungen durch herab fallende Teile
durch Stolpern ausgelöstes Umkippen oder Herabfallen anderer Gegenstände in der Nähe des Arbeitsbereichs - etc.
- Sturz oder Absturz
Um diese Unfälle zu vermeiden ist es wichtig vor Beginn einer Arbeit die damit verbundenen Gefährdungen zu analysieren und einzustufen. Erst danach darf unter Einhaltung der erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen die Arbeit aufgenommen werden.
Hilfestellungen
Die Elektrofachkraft in der betrieblichen Praxis erläutert im Kapitel 9 die Schutzmaßnahmen beim Arbeiten an elektrischen Anlagen.
Welche Gefahren aus elektrischen Strom entstehen können und wie Sie diesen am besten begegnen, können Sie mit den Unterweisungsfolien für die Elektrofachkraft Ihren Mitarbeitern anschaulich und gut verständlich vermitteln.
Ausblick
Folgende Beiträge zu diesem Thema kommen demnächst:
- Schutzstufenkonzept gegen elektrischen Schlag
- Persönliche Schutzausrüstung für Arbeiten an elektrischen Anlagen und Betriebsmitteln
| Mehr über die Gefahren des elektrischen Stroms |
Autorin: Marion Stühler


