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Schutzausrüstung

Elektrisch isolierende Schutzkleidung bei Niederspannung

DIN EN 50286 (VDE 0682-301) gilt für elektrisch isolierende persönliche Schutzkleidung, die beim AuS oder in der Nähe unter Spannung stehender Teile bis 500 V Wechselspannung bzw. 750 V Gleichspannung verwendet wird. Elektrisch isolierende Schutzkleidung ist nicht leitende Schutzkleidung, die den Durchgang elektrischen Stroms verhindert, wenn der Träger mit einem unter Spannung stehenden Teil in Berührung kommt.

Abb. 1: Elektrisch isolierende Schutzkleidung bei Niederspannung.

Abb. 1: Elektrisch isolierende Schutzkleidung bei Niederspannung.

Jacke mit Kapuze, Hose und Overall mit Kapuze sind Kleidungsstücke der Schutzkleidung (siehe Abb. 1).

Sonderregelung

Wenn das Risiko eines unbeabsichtigten Kontakts begrenzt ist, z.B. wenn sich unter Spannung stehende Teile nur vor dem Monteur befinden, ist das Tragen dieser isolierenden Schutzkleidung nicht unbedingt erforderlich.

Handschuhe aus isolierendem Material (VDE 0682-311)

Unterschiedliche Materialstärken: Handschuhe nach VDE 0682-311 sind hinsichtlich ihrer elektrischen Eigenschaften in sechs Klassen mit der Bezeichnung Klasse 00, Klasse 0, Klasse 1, Klasse 2, Klasse 3 und Klasse 4 eingeteilt (entsprechend der maximalen Dicke des isolierenden Elastomers von 0,5 mm bis 3,6 mm).

Mechanische und chemische Beständigkeit
Nach ihrer unterschiedlichen Beständigkeit gegenüber Säure, Öl, Ozon, höherer mechanischer Beanspruchung und einer Kombination dieser Eigenschaften werden die Handschuhe in sechs Kategorien eingeteilt:
 

  • Kategorie A beständig gegen Säure
  • Kategorie H beständig gegen Öl 
  • Kategorie Z beständig gegen Ozon 
  • Kategorie M beständig gegen hohe mechanische Beanspruchung 
  • Kategorie R vereinigt die Eigenschaften von A, H, Z und M 
  • Kategorie C beständig gegen extrem niedrige Temperaturen

 
Prüfung von Handschuhen
In VDE 0682-311 ist eine wiederkehrende elektrische Prüfung nur für Handschuhe der Klassen über 1 kV vorgesehen. Für Handschuhe bis 1.000 V wird aufgrund langjähriger Erfahrung eine Prüfung auf Vorhandensein von Löchern vor jedem Gebrauch sowie regelmäßig alle drei Monate durch Aufblasen mit Luft als ausreichend angesehen. Der Aufblasvorgang ist nicht näher festgelegt. Er erfolgt i.d.R. durch Schleudern des Handschuhs um das seitlich gefasste Ende der Stulpe und anschließendem Zusammenpressen des entstandenen Luftpolsters – das Aufblasen kann aber auch mit einer Pumpe vorgenommen werden.

Keine Benutzung ohne Prüfung
In VDE 0682-311 heißt es dazu im informativen Anhang G: „Handschuhe der Klassen 1, 2, 3 und 4 sowie dem Lager entnommene Handschuhe dieser Klassen sollten ohne vorherige Prüfung nicht benutzt werden, sofern die letzte elektrische Prüfung länger als sechs Monate zurückliegt. Die Prüfungen bestehen aus dem Aufblasen mit Luft, um zu prüfen, ob Löcher vorhanden sind, einer Sichtprüfung am aufgeblasenen Handschuh und einer elektrischen Prüfung nach den Abschnitten 6.4.2.1 („Spannungsprüfung“) und 6.4.2.2 („Ableitstrom bei Prüfspannung“) der Bestimmung. Für Handschuhe der Klassen 00 und 0 sind eine Prüfung auf Luftlöcher und eine Sichtprüfung ausreichend.“

Kennzeichnung der Handschuhe
Jeder Handschuh nach VDE 0682-311 ist im Hinblick auf die Wiederholungsprüfung mit Herstellungsmonat und Herstellungsjahr entsprechend Abbildung 2 zu kennzeichnen.

bild02
Abb. 2: Kennzeichnungsfeld für Wiederholungsprüfdaten

Rechteckiges Feld zur Markierung des Datums der ersten Bereitstellung sowie der Daten der wiederkehrenden Prüfungen,

oder:

Band am Stulpenrand, in das die Daten der ersten Benutzung und die der wiederkehrenden Prüfungen durch gestanzte Löcher angegeben werden – dies ist jedoch für Handschuhe der Klassen 3 und 4 nicht zulässig,

oder:

andere geeignete Kennzeichnung der Angabe des Datums der ersten Benutzung und der Daten der wiederkehrenden Prüfungen.

Zusätzliche Hilfen bei starker Beanspruchung von Handschuhen
Wenn „handfeste Arbeiten“ durchzuführen sind und die Gefährdung durch raue und spitze Kanten besteht, gibt es die Möglichkeit, Schutzhandschuhe aus Leder überzuziehen, um die isolierenden Handschuhe (bei sehr grober mechanischer Beanspruchung) vor Beschädigung zu schützen. Diese Handschuhe sollten aus geschmeidigem Ziegen- oder Lammleder sein, um das Tastgefühl nicht übermäßig zu beeinflussen. Der Tragekomfort von Handschuhen der Klassen 00 und 0 lässt sich durch Unterziehhandschuhe aus Baumwolle erhöhen, da diese den Schweiß vollständig aufnehmen können.

Isolierende Ärmel (VDE 0682-312)

Isolierende Ärmel nach DIN EN 60984 (VDE 0682-312) werden zusammen mit isolierten Handschuhen vornehmlich zum Arbeiten an Freileitungssystemen vom Mast oder von Hubarbeitsbühnen aus benutzt (siehe Abb. 3)

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Abb. 3: Verwendung isolierender Ärmel bei Arbeiten unter Spannung an einer 20kV-Freileitung (Quelle: E.ON Bayern AG)

Elektrisch isolierende Schuhe (VDE 0682-331)

Isolierende Schuhe nach VDE 0682-331 verhindern bei Verwendung mit anderen elektrisch isolierenden persönlichen Schutzausrüstungen (wie z.B. Handschuhen) eine gefährliche Körperdurchströmung über die Füße.

Verschiedene Schuhformen
Es werden folgende Schuhformen unterschieden:

  • A Halbschuh
  • B hoher Schuh
  • C halbhoher Stiefel (siehe Abb. 4)
  • D Stiefel

 
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Abb. 4: Isolierstiefel mit Stahlkappe

Durchtrittsichere Sohlen nur in Sonderfällen erforderlich
Die Norm lässt auch Stahlsohlen als Durchtrittschutz zu, die in die elektrischen Prüfungen einbezogen werden müssen. Für den allgemeinen Gebrauch sind Schuhe mit diesem hohen mechanischen Schutz nicht erforderlich, da AuS im Regelfall nur in einer sauberen, trockenen Umgebung ausgeführt werden dürfen.

Standortisolierung
Eine Alternative zum isolierenden Fußschutz stellt die Standortisolierung dar. Isolierende Matten stehen meist als Rollenmaterial zur Verfügung, sodass die Arbeitsfläche ausgekleidet werden kann. Die Arbeitsstättenverordnung fordert dabei eine Mindestarbeitsfläche von 1,5 m² mit einer Mindestseitenlänge von 1 m. Vom Rollenmaterial dürfen daher keine Längen unter 1 m abgeschnitten werden.


Mehr zu diesem Thema finden Sie in "Die Elektrofachkraft in der betrieblichen Praxis".


Mehr Artikel zum Thema Schutzkleidung, DIN VDE.

Veröffentlicht:
2008-08-27

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