Einzelarbeitsplätze
Personen-Notsignal-Anlagen
Alleinarbeit ist grundsätzlich mit Vorsicht zu genießen. In einigen Fällen ist sie jedoch machbar, vorausgesetzt, die Risiken die von der Arbeit und ihrem Umfeld ausgehen sind nicht zu groß. Im vorliegenden Beitrag wird das Grundprinzip von Personen-Notsignal-Anlagen beschrieben.
Personen-Notsignal-Anlagen
Für Elektroarbeiten ist auf jeden Fall gründlich zu prüfen, ob Alleinarbeit aufgrund der von Arbeitsplatz, Arbeitsumfeld, Arbeitmitteln und Arbeitsstoffen ausgehenden Risiken und Gefahren überhaupt vertretbar ist. Eine der Absicherungsmöglichkeiten für Beschäftigte im Fall von Alleinarbeit sind Personen-Notsignal-Anlagen, von denen im folgenden das Grundprizip und die Auslösevarianten beschrieben werden.
Rechtlicher Hintergrund
- Aufsichtspflicht und Sicherheit bei der Arbeit gemäß BGB, ArbSchG, BGV A1
- Berufsgenossenschaften fordern:
- in einem Bereich müssen mindestens 2 Personen
- gegenseitige Überwachung
- können sich im Not- oder Störfall gegenseitig helfen oder Hilfe holen
- BGR 139 Einsatz von Personen-Notsignal-Anlagen (von 01/2004)
- . . .
Grundprinzip
Bei Personen-Notsignal-Anlagen handelt es sich um eine Notrufeinrichtung mit folgenden Bestandteilen und Eigenschaften:
- drahtlose Notrufgeräte
- 2-Wege-Sprachübertragung
- geschützter Frequenzbereich
es kann nicht jeder "mithören" - Notrufauslösung
sowohl willentlich, als auch nicht willentlich (besonders wichtig bei Bewußtlosigkeit!) - Ortung des Verunfallten ermöglichen
(Suche nach Feldstärkenprinzip ähnlich der Suche nach Lawinenopfern) - Wiedergabemedium in Zentrale
(Bildschirm, Metalltafel mit Leuchtdioden, Drucker,...)
Wichtig ist,
- dass der Notruf im Notfall ausgelöst wird (auch bei Bewußtlosigkeit oder sonstiger Handlungsunfähigkeit)
- der entsprechende Rettungsdienst informiert wird und
- die verunfallte Person anschließend in kürzester Zeit aufgefunden werden kann.
Auslösevarianten
- willentlicher Alarm
Reißleine, Notrufknopf, Taster Gerät o.Ä. betätigen - nicht willentlicher Alarm (Totmannschaltung)
erfolgt, sobald Mitarbeiter länger in horizontaler Lage verweilt
--> Piepston wird ausgelöst
--> steht der Träger des Gerätes nicht auf, wird Notruf ausgelöst
diese Variante ist nicht für Arbeiten in horizontaler Lage einsetzbar - Fluchtalarm
Auslösung bei schnellen Bewegungen zur Absicherung von z.B. Fluchtverhalten o.Ä. - Ruhealarm
wird ausgelöst, weil der Träger des Geräts zu lange in einer Haltung verweilt - Verlustalarm
dieser wird durch das Entfernen des Geräts vom Träger ausgelöst - Zeitalarm
alarmiert, sobald eine bestimmte Zeitspanne überschritten wird, ohne dass eine Quittierungstaste betätigt wurde
Um einen Verunfallten zu finden können mehrere Verstärker und entsprechende Einrichtungen in mehrstöckigen Gebäuden erforderlich sein. Nur zu wissen, dass der Patient in der südwestlichen Ecke liegt kann bei 5 Stockwerken schon zu erheblichen Zeitverzögerungen bis zum Beginn der Versorgung des Patienten führen. Daher ist es wichtig die genaue Position über Ortungsanlagen und ggf. Kommunikationsantennen feststellen zu können.
Neben der grundsätzlichen Auffindbarkeit ist auch noch wichtig, dass der Rettungsdienst zum entsprechenden Werksbereich Zutritt hat oder erhält. Es kann damit notwendig sein, dass neben dem Rettungsdienst auch eine interne Person verständigt wird, die den Rettungskräften entsprechenden Zutritt verschafft und sie über die Gefahren vor Ort aufklärt.
Autorin: Marion Stühler


