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Gefährdungsbeurteilung

Informationsquellen für eine Gefährdungsbeurteilung

Sie haben die Aufgabe erhalten für Ihren Betrieb die Gefährdungsbeurteilungen nach ArbSchG, BetrSichV und TRBS 1111 zu erstellen. Und wie fangen Sie das an? Woher nehmen Sie die notwendigen Informationen? Im Beitrag finden Sie Fragestellung und Informationsquellen, die Ihnen den Einstieg erleichtern.

Informationsquellen für eine Gefährdungsbeurteilung

Informationsquellen für eine Gefährdungsbeurteilung

Quellen zur Informationsbeschaffung

Zuerst geht es um die Sichtung der vorhandenen Unterlagen und Informationen. Wenn Sie diese möglichst komplett gesammelt haben, können Sie mit den Auswertungen und Zusammenfassungen beginnen.

Wie genau sind denn

  • Arbeitsplatz mit Tätigkeiten
  • Arbeitsmittel
  • Arbeitsstoffe
  • Arbeitsumfeld
  • die Arbeitsmittel nutzendes Personal

der zu bewertenden Arbeitsplätze bekannt?


Beginnen Sie mit hierzu mit einer groben Übersicht der zu betrachtenden Arbeitsplätze mit ihren Tätigkeiten, Arbeitsmitteln und Arbeitsstoffen, sowie der Qualifikation des eingesetzten Personals.

Welche Arbeitsplätze sind sich sehr ähnlich? Können hier Gruppen gebildet werden?
Die Bildung von Gruppen erspart die aufwändigere Einzelbetrachtung jedes Arbeitsplatzes. Hier müssen dann nur noch die geringen Abweichungen dokumentiert und erläutert werden.

Grundsätzlich erhalten Sie Informationen über die Gefährdungen und wie Sie diesen begegnen können aus folgenden Quellen:

  • rechtliche Grundlagen
    z.B. GPSG, GefStoffV, ArbSchG, 67/548/EWG (Einstufung und Kennzeichnung von Gefahrstoffen)
  • TRBS 2000er-Reihe mit Beschreibung von Maßnahmen zu bestimmten identifizierten Gefährdungen
  • in Ihrem Betrieb vorliegende Gefährdungsbeurteilungen oder Musterdokumente
    • Welche Dokumente und Beschreibungen liegen hausintern vor?
    • Gibt es Aufzeichnungen über Probleme im Umgang mit einer Anlage, den Arbeitsmitteln o.Ä.?
    • Liegen Prüfprotokolle oder andere Dokumentationen vor, die die Ermittlung von Prüfintervallen unterstützen und dokumentieren?
    • Nach welchen Zeiträumen ist ein Nachjustieren zum Erhalt der Produktqualität erforderlich? Hängt hiermit evtl. auch ein Sicherheitsrisiko zusammen?
    • In welchen Intervallen erfolgte bisher üblicherweise der Austausch von Verschleißteilen?
  • Hersteller- und Lieferinformationen
    • Welche Informationen sind in Bedienungsanleitung, Arbeits- und Betriebsanweisungen enthalten?
    • Welche weiteren technischen Dokumente wurden mitgeliefert?
    • Welche Informationen über Wartung und Instandhaltung, sowie Gefährdungspotentiale sind in diesen Unterlagen enthalten?
  • Informationen zu Arbeitsstoffen und zur Arbeitsumgebung
    • Wurden alle Arbeitsstoffe und alle Wechselwirkungen zu anderen Arbeitsplätzen in der Umgebung beachtet?
    • Sind Brand- oder Explosionsschutzzonen im Umfeld?
    • Gab es hier Veränderungen?
    • Sind (neuerdings) Baustellen in der Umgebung?
    • Wurden die hier neu auftretenden Gefährdungspotentiale betrachtet?
    • Haben Sie wirklich über alle in der Umgebung ausgeführten Tätigkeiten eine ausreichende Kenntnis, um alle Wechselwirkungen beurteilen zu können?
      (z.B. Reinigungsarbeiten mit Lösungsmitteln in oberen Stockwerken und Schleif- oder Schweißarbeiten in den darunter liegenden Stockwerken? Herabsinkende Lösungsmitteldämpfe können so entzündet werden.)
      Wer hat wirklich den ausreichende Überblick über alle Arbeitsplätze, Arbeitsmittel, Arbeitsstoffe und Tätigkeiten?
    • Sind die Mitarbeiter auch ausreichend über die möglichen Wechselwirkungen und Gefahren aus den Nachbarbereichen unterrichtet und für sicheres Arbeiten ausreichend unterwiesen?
  • Erfahrungen der Beschäftigten
    • Besprechen Sie mit den Mitarbeitern die Erfahrungen mit dem zu bewertenden Arbeitsplatz und mit ähnlichen Arbeitsplätzen.
    • Wo gab es schon einmal Probleme?
      Welche Probleme traten auf?
      Welche Ursachen hatten die Probleme?
    • Gibt es neues Personal?
      Sind die neuen Mitarbeiter ausreichend unterwiesen?
    • Wie läuft die Zusammenarbeit mit Leiharbeitern und Fremdfirmen?
      Kam es hier zu Gefahrenmomenten?
      Falls ja, warum?
      Ist die Koordination der Arbeiten zwischen eigenen Mitarbeitern und Fremdfirmen ausreichend geklärt und sichergestellt?
  • Unfallgeschehen
    • Welche Beinahe-Unfälle sind aufgetreten?
      Welche Ursachen hatte der Beinahe-Unfall?
    • Welche Unfälle sind aufgetreten?
      Welche Ursachen hatte der Unfall?
    • Traten irgendwelche Probleme und Schwierigkeiten im Alltag auf?
       

Je mehr Sie die betroffenen Mitarbeiter beteiligen, desto mehr Details werden Sie über die zu bewertenden Arbeitsplätze etc. erahlten und desto besser werden anschließend auch die Sicherheitsmaßnahmen von den Nutzern akzeptiert.

Weitere Hilfestellungen

Eine kurze Übersicht mit Checklisten und Hintergrundinformationen zum Thema Gefährdungsbeurteilung finden Sie in der Praxissoftware ElektroCheck
Die Praxislösung Gefährdungsbeurteilungen bietet Ihnen mit über 400 Mustergefährdungsbeurteilungen eine gute Grundlage zur Erstellung Ihrer betriebsspezifischen Gefährdungsbeurteilungen.

Ausblick

Demnächst finden Sie hier Beträge, die die Systematik zur Erstellung einer Gefährdungsbeurteilung und die Fristen der Überarbeiten erläutern.


Mehr Artikel zum Thema Betriebsanweisungen, Gefährdungsbeurteilung.

Veröffentlicht:
2008-01-07

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