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Gefährdungsbeurteilung

Gefährdungsbeurteilungen - Wozu?

Schon wieder ein zeitlich aufwändiges Ungetüm? Wir wollen doch produktiv arbeiten und uns nicht nur am Rechner verwalten! Das haben wir schon immer so gemacht! Da könnte ja jeder kommen! Ständig wird hier Angst gemacht. Früher ging’s auch ohne! So oder so ähnlich klingt es oft.

Gefahren lauern überall

Gefahren lauern überall

Rechtlicher Hintergrund

Gefordert wird die Gefährdungsbeurteilung u.a. von

  • Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) § 3
  • Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) §§ 4 – 5
  • Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) §7, §16, Anh 1 – 5
  • BGV A1 §§ 2, 3

Der Arbeitgeber ist demnach verpflichtet die Gefährdungen die auf die Mitarbeiter wirken einzuschätzen und entsprechende Sicherheitsvorkehrungen zum Gesundheits- und Umweltschutz zu treffen. 

Wozu Gefährdungsbeurteilungen? Und: wie geht das?

Das Ziel einer Gefährdungsbeurteilung ist sich der Gefahren an einem Arbeitsplatz und bei einer Tätigkeit bewusst zu werden. Nur wenn man eine Gefahr erkennt, kann man sie einschränken und sicher mit ihr umgehen.

Sie sind der Meinung, dass Sie so was noch nie gemacht haben und nicht wissen, wie man das anfangen soll?

Ein Blick auf den Alltag zeigt, dass wir den ganzen Tag Gefährdungsbeurteilungen durchführen – nur eben unbewusst. Bevor Sie über eine Straße gehen schauen und horchen Sie erst nach Autos. Wenn eines kommt, schätzen Sie dessen Geschwindigkeit und Fahrweg ein und entscheiden dann, ob es sinnvoller ist, stehen zu bleiben, die Straße noch im Laufschritt überquert werden kann oder das Fahrzeug wohl doch noch so lange braucht bis es da ist, dass Sie in aller Ruhe über die Straße gehen können.
Zusätzlich zur Geschwindigkeit des Fahrzeugs haben Sie vermutlich, ganz nebenbei, noch registriert, ob die Sicht durch Nebel und die Straßensicherheit durch Regen, Schnee oder Eis beeinträchtigt ist. Haben Sie noch beide Hände voll, ein kleines Kind oder einen gehüntüchtigen älteren Menschen zu begleiten, werden Ihre Entscheidungen jeweils anders ausfallen.

Sie sehen, Gefährdungsbeurteilungen machen wir ständig und täglich. Und so, wie oben verschiedene Randbedingungen zur einen oder anderen Entscheidung führen, sind auch im Arbeitsumfeld verschiedene Kriterien zur Bewertung und Entscheidung heranzuziehen.

Was ist zu tun?

Zu analysieren und bewerten sind

  • der Arbeitsplatz (Werkstatt, Labor,...)
  • die Arbeitmittel (Werkzeuge,... )
  • die Arbeitstoffe (Chemikalien, etc.)
  • Wahrscheinlichkeit, Häufigkeit, Dauer und Auswirkung des Auftretens der gefährdenden Situation / Atmosphäre

Folgende Gefahrenarten können auftreten

  • Physikalische Gefährdungen
    (Quetschen, Kälte, Hitze, schwebende Last,...)
  • Chemische Gefährdung
    (Gefahrstoffe: Säuren, Laugen,...)
  • Biologische Gefährdung
    (akkumulativ, giftig, krebserzeugend, fruchtschädigend,...)
  • Brand- oder Explosionsgefahr
    (Flammpunkt, untere und obere Explosionsgrenze, Entzündlichkeit, ...)
  • Elektrische Gefährdung
    (Gefahr der Lichtbogenbildung, Arbeiten in der Nähe unter Spannung stehender Teile,...)
  • Mechanische Gefährdung
    (unkontrolliert bewegte Teile, Nutzung mobiler Arbeitsmittel, gefährliche Oberflächen,...)
  • Arbeitsplatzbeschaffenheit
    (Zwangshaltung, Bewegungsfreiheit, Sichtverbindung zu Kollegen, häufige Unterbrechungen, ...)

Schutzmaßnahmen

Hier greift das bekannte 3-Stufen-Konzept. Eine Gefahr soll prinzipiell so frühzeitig als möglich unterbunden werden

  • konstruktive Schutzmaßnahmen
    bieten das höchste Schutzniveau
    Bsp.: Einhausung von drehenden Teilen
  • organisatorische Schutzmaßnahmen
    z.B. Zugangsbeschränkungen zu Betriebsräumen wie Hochspannungsanlagen
  • Persönliche Schutzausrüstungen
    sind als letzte Stufe anzuwenden, da sie die unsicherste Variante darstellt
    hierzu gehören Helm, Schutzbrille und Schutzschuhe, wobei die Pflicht zur Bereitstellung beim Arbeitgeber und die Pflicht zur Anwendung beim Arbeitnehmer liegt – auch die Kontrolle auf Einsatztauglichkeit ist hier nicht zu vergessen – diese hat VOR Gebrauch zu erfolgen!
     

Hilfestellungen und weitere Informationen

News:
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Ausblick

In den nächsten Beiträgen zum Thema Gefährdungsbeurteilungen erfahren Sie mehr über

  • Weitere Details und Quellen für die Informationsbeschaffung zu den verschiedenen Gefahrenarten
  • Folgen bei Nichterfüllung
  • Schutzstufenkonzepte
  • etc.

Mehr Artikel zum Thema Gefährdungsbeurteilung.
Veröffentlicht:
2007-12-28

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