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PSA und Störlichtbogen

Wenn der Bogen überspannt

Bei Wartungsarbeiten an einer elektrischen Anlage kam ein 49-jähriger Elektriker in Kontakt mit einer spannungsführenden Leitung. Durch den entstandenen Lichtbogen geriet die Kleidung des Mannes in Brand.

Bild: IngenieurBüro Vogler, IBV Berlin

Bild: IngenieurBüro Vogler, IBV Berlin

Mit schweren Verletzungen wurde er in ein Krankenhaus eingeliefert… So oder ähnlich liest es sich in den Unfallberichten der Polizei. Plötzliche Störlichtbögen – ausgelöst durch Schaltfehler und Kurzschlüsse – erreichen rasch Kerntemperaturen von bis zu 20.000 Grad Celsius. Schwerste Verbrennungen oder Tod, verursacht durch die extreme Hitze und explosionsartige Druckwellen, sind meist die Folge. Zur PSA von Elektrikern gehört daher die nötige Sicherheitsbekleidung. Das gleiche gilt aber auch für Schweißer, die das weit verbreitete Lichtbogen-Schweißen einsetzen.

Totalschutz nicht möglich

Zwar konnte in den letzen Jahren die Anzahl der Störlichtbogen-Unfälle deutlich gesenkt werden. Doch immer noch zählen die deutschen Statistiken jährlich rund 200 Unfälle dieser Art. Der beste Schutz davor wäre, alle Anlagen, an denen Wartungs- oder Reparaturarbeiten durchgeführt werden, konsequent abzuschalten. Durch das Tragen von hitzebeständiger Schutzkleidung aus schwer entflammbarem Gewebe lassen sich die Folgen eines Lichtbogen-Unfalls deutlich mildern.

Helm, Handschuhe und anderes

Die richtige Kleidung zu tragen, zählt daher zu den wichtigsten Präventionsmaßnahmen überhaupt. Für den Schweißer gehören dazu auch ein Helm mit Gesichtsschutz und geeignete Handschuhe. Die Störlichtbogenprüfung von Schutzkleidung ist in EN 531 und prENV 50354 verankert. Die nötigen Messungen dazu erfolgen nach dem Lichtbogen-Box-Test laut CENELEC. Dabei werden energetische Hitzeisolationsmessungen und eine quantitative Bewertung des Verbrennungsrisikos durchgeführt. Das Verfahren wird für Textilmaterial und ganze Anzüge genutzt. Es basiert auf einem fixierten Prüfaufbau und Prüfkreis. Der Prüfkreis hat eine treibende Spannung von 400 V (50 Hz). Die geprüfte Lichtbogenzeit liegt bei 500 ms.

Die Normung legt zwei Textilklassen fest, die sich hinsichtlich des angelegten Prüfstroms unterscheiden (Klasse 1: 4 kA, 500 ms; Klasse 2: 7 kA, 500 ms). Die CENELEC ist das Europäische Komitee für elektrotechnische Normung und gehört zu den großen Normungsorganisationen in Europa. Sie ist zuständig für die europäische Normung im Bereich Elektrotechnik. Gemeinsam mit dem ETSI (Normung in der Telekommunikation) und dem CEN (Normung in allen anderen technischen Bereichen) bildet das CENELEC das europäische System für technische Normen. Mitglieder sind die nationalen elektrotechnischen Normungsgremien der meisten europäischen Staaten.

Auf Kennzeichnung achten

Schutzkleidung nach DIN EN 531 und prENV 50354 eignet sich für Arbeiten in Bereichen, in denen thermische Gefahren durch Störlichtbögen auftreten können. Sie ist gleichzeitig eine Schutzkleidung für hitzeexponierte Arbeiter und wird daher auch mit dem Piktogramm für Hitze- und Flammenschutzkleidung gekennzeichnet.

Marcus Schneider


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Veröffentlicht:
2008-03-28

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