Teamfähigkeit
Spannungen unter Kollegen vermeiden
Teamfähigkeit spielt überall dort eine Rolle, wo Kollegen miteinander zu tun haben. Auch wenn Sie als Elektrofachkräfte einen Mitarbeiter unterweisen, sollten Sie wissen, was Teamfähigkeit bedeutet. Jeder kann zu einem guten Betriebsklima beitragen.
Teamfähigkeit steht allgemein für die Fähigkeit, mit Kollegen gut auszukommen sowie im Team erfolgreich und produktiv arbeiten zu können
Zeugnis und Lebenslauf sind nicht alles.
Ob IT-Experten, Bankkaufleute oder Elektrofachkräfte, wer einen Job sucht, muss heute auch „Teamfähigkeit“ mitbringen.
Der Begriff hat längst seinen festen Platz in den Stellenanzeigen.
Neben knallhartem Fachwissen sind verstärkt Soft Skills gefragt, vor allem soziale Kompetenzen: Man hat erkannt, dass Erfolg und Produktivität auch von einem gelungenen Miteinander im Betrieb abhängen.
Teamfähigkeit und Projekte
Laut Duden ist ein Team „eine Gruppe von Personen, die mit der Bewältigung einer gemeinsamen Aufgabe beschäftigt ist“. In vielen Branchen bedeutet das: Projektarbeit.
Um ein genau definiertes Ziel zu erreichen, wird ein Vorhaben abschnittweise umgesetzt. Es gibt einen Teamleiter, und jeder Mitarbeiter erhält eine Aufgabe, die seinen Kompetenzen entspricht. So tragen alle Beteiligten zum Gelingen des Projektes bei und stellen noch dazu ihre Teamfähigkeit unter Beweis.
Teamfähigkeit steht für die Fähigkeit, mit Kollegen gut zurechtzukommen
Im weiteren Sinne kann jede Tätigkeit als Projekt definiert werden. Von einem Team spricht man auch, wenn zum Beispiel mehrere Personen in einer Abteilung zusammen arbeiten und dabei verschiedenen Tätigkeiten nachgehen.
Entsprechend steht Teamfähigkeit auch allgemein für die Fähigkeit, mit Kollegen gut zurechtzukommen. Denn die Struktur ist die gleiche: Menschen mit verschiedenen Funktionen haben miteinander zu tun, und das funktioniert nur, wenn Störfaktoren wie Konkurrenzdenken oder persönliche Befindlichkeiten außen vor bleiben.
Teamfähigkeit als Summe von Einzelkompetenzen
Genauer betrachtet, setzt sich Teamfähigkeit aus einer Summe von Einzelkompetenzen zusammen. Wer im Job gut mit seinen Kollegen auskommen möchte, sollte zum Beispiel:
- kommunizieren und zuhören können
- Konflikte auf konstruktive Weise lösen können
- auch andere Standpunkte akzeptieren
- bereit sein, mit anderen an einem Strang zu ziehen
Dabei gilt: Je enger die Aufgabenbereiche miteinander verzahnt sind, desto größer ist das Konfliktpotenzial. Damit steigt auch die Anforderung an die Beteiligten, ihre Teamfähigkeit unter Beweis zu stellen - etwa, wenn zwei Elektrofachkräfte gemeinsam Arbeiten unter Spannung durchführen sollen, weil die Sicherheitsmaßnahmen es erfordern. Ohne Kommunikation und klar abgegrenzte Zuständigkeiten geht da gar nichts.
Coach statt Chef
Kritisch wird es auch, wenn unterschiedliche Qualifikationen vorhanden sind und dadurch eine Hierarchie entsteht.
Elektrotechnisch unterwiesene Personen (EuPen) können sich „klein“ gegenüber Verantwortlichen Elektrofachkräften fühlen, wenn der Ton im Team nicht stimmt. Eine EuP darf eben nur bestimmte Tätigkeiten übernehmen, während die Elektrofachkräfte das Sagen haben. Wie geht man damit um?
Das klassische Hierarchiedenken gerät zunehmend in den Hintergrund. Karriereberater empfehlen, dass Ausbilder und Führungskräfte sich mehr als beratender Coach, als Trainer begreifen sollten - und weniger als Chef, der mahnend über den Dingen steht. Das gilt als förderlich für den Teamgeist.
Wenn Mitarbeiter aufeinanderprallen
Konflikte können entstehen, wenn ein Kollege meint, aus dem Team ausgeschlossen zu sein, Der Grund liegt oft darin, dass Informationen vorenthalten wurden oder Mitarbeiter nicht ausreichend in Beratungen einbezogen werden. Auch persönliche Differenzen und Mobbing können eine Rolle spielen.
Schließlich birgt noch die Aufgabenverteilung Zündstoff. In einem Team kann sich schnell jemand benachteiligt fühlen. Das passiert, wenn einer ständig mehr arbeitet als die Kollegen oder immer nur die langweiligeren Aufgaben ausführen muss.
Um die gute Stimmung aufrecht zu erhalten, sollten Sie und ihr Team zum Beispiel darauf achten, dass:
- alle Beteiligten sich auf angemessene Weise einbringen können
- jeder mal die beliebteren und mal die unangenehmen Aufgaben erhält
- das Arbeitspensum ausgewogen verteilt wird
- der Informationsfluss stimmt
Meetings fördern das Betriebsklima
Beziehungen funktionieren nur, wenn die Verständigung klappt und regelmäßiger Austausch möglich ist. Das ist auch im Job so, deshalb sollten Besprechungen im Team (Meetings) zur Tagesordnung gehören, unabhängig von der Größe der Firma und der Zahl der Mitarbeiter.
Dabei sollte jeder Mitarbeiter die Möglichkeit haben, Fragen zu stellen und nachzuhaken, Ideen und Verbesserungsvorschläge einzubringen.
Lob zusammen auskosten
Was zählt, ist das Ergebnis. Doch gerade das geht bei der Kommunikation in Betrieben oft unter. Während man bei der Planung und Umsetzung noch viele Worte verliert, wird an Lob und Feedback eher gespart. Das kann Frust verursachen.
Als Teamleiter oder Verantwortliche Elektrofachkräfte sollten Sie allen Beteiligten miteilen, was gut gelungen ist und was noch verbessert werden kann. Besonders gut lässt sich das Lob bei einem gemeinsamen Essen auskosten.
Link
Lesen Sie mehr über das Verhältnis von Elektrofachkräften und EuPen.
Christine Lendt, www.recherche-text.de
Frau Lendt ist freie Journalistin.


