Karriere und Wohlbefinden
So kann der Arbeitstag kommen!
„Mit dem falschen Bein aufgestanden“, diese Redewendung beschreibt einen ungünstigen Tagesbeginn, der sich in mieser Laune und Missgeschicken fortsetzt. Das „falsche Bein“ hat auch einen Namen: Finden Sie heraus, was Ihnen morgens (nicht) gut tut. Es kann Ihren Erfolg im Job beeinflussen.
Starten Sie gut in den Tag
Der Wecker klingelt zu spät, der Kaffeebecher fällt aus der Hand, das Rasiermesser schneidet ins Kinn, dazu ständig diese Kopfschmerzen. Und dann sind heute auch noch alle Leute so unfreundlich. Das ist doch wie verhext. Oder?
Keine Sorge, mit Magie hat das nichts zu tun. Vielmehr kann die Art und Weise, wie ein Mensch morgens startet, seinen kompletten Tagesverlauf bestimmen. Faktoren wie Produktivität, Stimmung, Kontaktfreudigkeit und körperliches Wohlbefinden hängen damit zusammen. Aber auch die Wahrscheinlichkeit für Verkehrs- und Arbeitsunfälle, wie verschiedene Studien belegen.
Einfach gut schlafen
Die morgendliche Verfassung zeigt, wie gut man geschlafen hat, und das wiederum hängt mit den Aktivitäten des Vorabends, mitunter des ganzen Vortages zusammen. Wer zum Beispiel „bis in die Puppen“ mit seinem Partner diskutieren musste oder um Mitternacht noch drei Hawaii-Toast verdrückt hat, kann ziemlich sicher sein, auf entspannten, tiefen Schlaf verzichten zu müssen.
Erwiesene „Schlaf-Killer“ sind auch
- starker Fernsehkonsum
- spätes Arbeiten am PC
- Alkohol, Nikotin, Koffeinprodukte und schwarzer Tee
- bestimmte Medikamente
- Unruhe und Lärm
- unvorteilhafte Matratzen
- überheizte Schlafzimmer
Gesundheitsexperten empfehlen: Wer morgens frisch und ausgeruht aufwachen möchte, sollte derartige Störfaktoren vor dem Schlafengehen vermeiden und sich lieber auf die Nachtruhe einstimmen, zum Beispiel mit einer kleinen Meditation, entspannender Musik oder dem bewährten „Schäfchen-Zählen“. Also wortwörtlich: Abschalten.
Der richtige Rhythmus
Die Nachtruhe sollte lang genug sein, der Richtwert für Erwachsene liegt bei 6-8 Stunden. Diese Auszeit benötigt der Körper zur Regeneration; Schlafdefizite führen unter anderem zu Schwäche und Konzentrationsmangel. Aber auch zu viel Schlaf kann sich nachteilig auswirken: Man wird dann „gar nicht mehr richtig wach“.
Nach manchen Forschungsergebnisse gibt es „Nachteulen“ und „geborene Frühaufsteher“. Viele Mediziner sind aber auch der Meinung, dass sich das morgendliche Aufstehen trainieren lässt. Ihr Ratschlag: konsequent eine feste Weckzeit einhalten. Nach einigen Wochen hat sich der Körper an den Rhythmus gewöhnt, und es fällt leichter, das Bett zu verlassen.
Kleine Kneipp-Kur am Morgen
Auch wenn es für die Hygiene nicht immer nötig ist, täglich zu Duschen (Waschen würde auch genügen) und der dabei anfallende Wasserverbrauch bedacht werden sollte: Für viele Menschen ist der morgendliche Guss unverzichtbar. Eine heiße Dusche macht den müden Körper munter.
Noch besser: Wechselduschen. Dreimal heiß und dann wieder kalt abbrausen, das stabilisiert den Kreislauf und regt den Stoffwechsel an. Aber Vorsicht, gewöhnen Sie sich immer langsam an den kalten Strahl (von Fuß bis Kopf vorgehen, die Gliedmaßen jeweils nacheinander). Das Vergnügen sollte stets mit kaltem Wasser beendet werden.
Das ideale Karriere-Frühstück
Internationale Studien zeigen: Wer den Tag ohne Frühstück beginnt, ist unkonzentrierter und schneller gestresst. Die Art der Nahrung spielt eine nicht zu unterschätzende Rolle. Kohlenhydrate spenden Energie und halten länger vor, dick belegte Brote können jedoch auch ein unangenehmes Völlegefühl und Müdigkeit verursachen. Knäckebrot ist eine gute Alternative.
Haferflocken bringen die Gehirnzellen auf Trab. Das Müsli steht deshalb ganz oben auf der Liste, und natürlich: Vitamine. Bei Kaffee ist zu bedenken, dass er zwar wach macht, aber auch Stress verstärken kann. Obstsäfte, am besten frisch gepresst, wirken auch belebend und sind gesünder.
Ein Kurz-Urlaub vor der Arbeit
Frische Luft am Morgen wirkt vitalisierend. Ein kleiner Spaziergang tut außerdem der Seele gut und bringt den Kreislauf in Schwung. Überlegen Sie doch einmal, ob Sie nicht zumindest ein Stück des Arbeitsweges zu Fuß gehen könnten (das kann zugleich die Rettung bei der Parkplatzsuche sein). Vielleicht gibt es auch einen kleinen Park oder ein Waldstück in der Nähe. Für den Abstecher in die Natur zu lohnt es sich, eine Viertelstunde früher loszufahren ‒ der Erholungswert ist enorm. Wer die Zeit partout zum Arbeiten nützen möchte, kann den Spaziergang auch nutzen, um sich zum Beispiel schon Gedanken über die anstehenden Produktionsabläufe zu machen.
Den Tag geschickt planen
Ohnehin ist es förderlich, sich morgens ein wenig Zeit zu nehmen, um sich geistig auf den Tag einzustellen. Wer gehetzt und völlig unvorbereitet am Arbeitsplatz ankommt, macht mehr Fehler und lässt sich leichter von unangenehmen Überraschungen überrumpeln. Sagen Sie sich zum Beispiel: „Alles klar, um 11 Uhr muss ich mit Herrn Meier besprechen, wann die Anlage spannungsfrei geschaltet werden kann. Eine heikle Situation, ich werde das Thema ganz sachlich angehen“.
Hilfreich ist es auch, sich einzelne Ziele für den Tag zu setzen: Was muss heute unbedingt erledigt werden? Was möchte ich erreichen? Tipp: Beginnen Sie immer mit der unangenehmsten Aufgabe, sofern es sich einrichten lässt. Wenn Sie die bewältigt haben, stellt sich gleich ein Erfolgsgefühl ein ‒ und alles andere fällt umso leichter.
Fazit
Wenn der Tag gut beginnt, freut sich der Mensch. Viele Maßnahmen können zu einem gelungenen Start beitragen, hier spielen auch persönliche Bedürfnisse und Interessen eine Rolle. Es lohnt sich, eingefahrene Verhaltensweisen zu durchbrechen und mal ein anderes Morgenritual auszuprobieren. Bei besonderen ernährungsphysiologischen Themen oder beeinträchtigter Gesundheit sollten Sie sich zusätzlich von einem Arzt oder Therapeuten beraten lassen.
Autorin: Christine Lendt, www.recherche-text.de
Frau Lendt ist freie Journalistin.


