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Kommunikation

Jetzt hören Sie doch mal zu!

Spätestens, wenn Ihr Gesprächspartner Ihnen diese Worte entgegenschleudert, läuft in der Kommunikation etwas schief. Doch kaum jemand äußert sich so direkt, meist zeigt erst das Ergebnis, woran es gehakt hat: Nicht nur Reden, sondern auch Zuhören will gelernt sein.

Zuhören will gelernt sein

Zuhören will gelernt sein

Der Erfolg eines Gesprächs hängt nach der Ansicht von Kommunikationsexperten mindestens zur Hälfte vom Zuhörer ab. Das kann gerade in geschäftlichen Belangen entscheidend sein. Schließlich geht es hier um den Austausch von Interessen mit dem Ziel, eine Einigung zu erreichen. Wer seinem Gegenüber das Gefühl gibt, gegen eine Wand anzureden, verspielt schnell Sympathiepunkte.
Beim aktiven Zuhören geht es um mehr als die akustische Aufnahme von Worten. Der Inhalt des Gesagten wird erfasst, verstanden und eine passende Reaktion eingeleitet. Was banal klingt, ist keineswegs die gängige Praxis. In vielem Gesprächen reden die Beteiligten aneinander vorbei. Zuhören aber bedeutet, dem anderen Aufmerksamkeit zu schenken. Ist das nicht der Fall, entsteht schnell ein Eindruck von Desinteresse und Respektlosigkeit, was auf der Gegenseite negative Emotionen auslösen kann.

Was aktives Zuhören bedeutet
Jeder Mensch erlebt von Zeit zu Zeit Gespräche, bei denen die eigenen Gedanken immer wieder abschweifen. Schließlich fällt es nicht leicht, den Ausführungen des Chefs über Anpassungen der pneumatischen Förderanlage zu folgen, wenn die eigenen Aktien gerade in den Keller fallen oder der Haussegen schief hängt. Problematisch wird die Sache als Dauerzustand. Gerade in entscheidenden Situationen sollte man umschalten können.
Wer beispielsweise in einem Bewerbungsgespräch nicht auf wesentliche Fragen des Arbeitgebers eingeht, vermittelt schnell einen unprofessionellen Eindruck. Wer im Außendienst nicht die Bedürfnisse seiner Kunden erkennt, spürt das an einer sinkenden Auftragslage. In beiden Fällen und vielen weiteren Situationen ist aktives Zuhören ein Schlüssel zum Erfolg.

Acht Regeln für erfolgreiche Gespräche
Psychologen haben verschiedene Grundsätze für aktives Zuhören herausgearbeitet. Ein kleiner Überblick:

  1. Konzentrieren Sie sich ganz auf das Gespräch. Alles andere sollte für diese kurze Zeit in den Hintergrund treten.
  2. Kommunikation bedeutet Austausch. Versetzen Sie sich in die Lage Ihres Gesprächspartners und versuchen Sie, seine Beweggründe wirklich nachzuvollziehen.
  3. Lassen Sie sich auf Ihr Gegenüber ein. Bestätigen Sie ihn durch Ihre Körperhaltung, kurze Rückmeldungen und vor allem durch Blickkontakt.
  4. Fragen Sie nach, wenn Sie das Gefühl haben, etwas nicht richtig zu verstehen. Auch damit zeigen Sie, dass Ihnen an dem Gespräch etwas liegt.
  5. Haben Sie Geduld und fallen Sie dem Sprecher nicht ins Wort. Wenn Sie unbedingt unterbrechen müssen, melden Sie es höflich an.
  6. Sie müssen nicht die gleichen Ansichten vertreten wie Ihr Gesprächspartner, aber er sollte Gelegenheit haben, seine Meinung in Ruhe zu äußern. Begegnen Sie Differenzen mit Sachlichkeit.
  7. Lassen Sie sich durch Vorwürfe und Kritik nicht aus der Ruhe bringen. Hören Sie sich auch diese Äußerungen erst einmal an und haken Sie mit ruhigen Worten nach.
  8. Aufwallende Emotionen erschweren eine objektive Sicht auf die Dinge, und damit auch das richtige Zuhören. Versuchen Sie, auch in solchen Situationen den tatsächlichen Inhalt des Gesagten von eigenen Befindlichkeiten zu trennen.


Gegenseitig Respekt zeigen

So unterschiedlich wie die Menschen ist auch ihr Kommunikationsverhalten. Temperamentvolle Zeitgenossen neigen zur Gesprächigkeit, andere sind zurückhaltender, können aber vielleicht besser zuhören, und verträumte Charaktere sind sowieso oft ganz woanders. Vor allem, wenn Gegensätze aufeinandertreffen, stellt sich schnell ein Ungleichgewicht bei den Gesprächsanteilen ein. Das kann zu Unzufriedenheit auf beiden Seiten und letztlich zu Konflikten führen.

Jeder Gesprächspartner sollte sich seiner Eigenheiten bewusst sein und zu einem konstruktiven Austausch beitragen. Wenn Sie anderen im Eifer des Gesprächs doch einmal ins Wort fallen, hilft eine kleine Entschuldigung, den Respekt aufrechtzuerhalten. Wenn Sie selbst unterbrochen werden, bitten Sie höflich darum, ausreden zu dürfen.

Fazit
Kommunikation beinhaltet Sprechen und Zuhören. Nur wenn beides funktioniert, verlaufen Gespräche zufriedenstellend: Wer aktiv zuhört, zeigt seinem Gesprächspartner, dass er ihn und das Thema ernst nimmt. Es ist nur ein wenig Übungssache und lässt sich auch auf das Privatleben übertragen.

Autorin: Christine Lendt, www.recherche-text.de
Frau Lendt ist freie Journalistin.



Veröffentlicht:
2009-04-09

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