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Motivation im Job

Den inneren Schweinehund austricksen

Er kommt am späten Vormittag, am Montag oder Freitag oder einfach zwischendurch. Ob Vorgesetzter, Mitarbeiter oder Freiberufler - jeder kennt ihn. Doch der innere Schweinehund lässt sich überwinden. Heute stellen wir Ihnen Wege aus dem Motivationstief vor.

Besiegen Sie den inneren Schweinehund

Besiegen Sie den inneren Schweinehund

Ein Tag, zäh wie Leder. Lustlos schiebt Karl P. die Unterlagen auf seinem Schreibtisch hin und her. Für den Bericht, den er dringend tippen soll, fehlen einfach die Worte. Nun klingelt auch noch das Telefon. Er hebt den Hörer ab und meldet sich mit leicht genervter Stimme. Dabei hat ihm der Job bis vor kurzem noch Spaß gemacht.

Wie Motivation entsteht

Ein und dieselbe Person kann die gleiche Tätigkeit heute als erfüllend und morgen als lästig empfinden. Denn zur Motivation, das bestätigen Psychologen, tragen immer zwei Faktoren bei: Der Mensch und die Situation, in der er sich gerade befindet. Die Gründe für ein Leistungstief können sowohl außen als auch bei einem selbst liegen, und oft spielt beides zusammen.

Der Einfluss von Mensch und Situation

Häufige äußere Ursachen für fehlende Motivation sind zum Beispiel schlechtes Betriebsklima oder zu wenig Anerkennung (durch Lob oder angemessene Entlohnung). Auf der anderen Seite kann schon Müdigkeit oder der Gedanke an ein Rendezvous am Feierabend den Wunsch auslösen, dass der Arbeitstag möglichst schnell vorbeigehen möge - und damit zu vorübergehendem Desinteresse an den Aufgaben führen.

Nur ein Durchhänger?

Dabei gilt es zunächst zu unterscheiden, ob es sich nur um einen kleinen Durchhänger handelt oder um eine Dauerbelastung: Wenn Sie oft oder sogar ständig unmotiviert am Arbeitsplatz sind, steckt womöglich ein größeres Problem dahinter. Dann ist vielleicht ein Jobwechsel angesagt. Auch körperliche Ursachen wie andauernde Müdigkeit oder schwere depressive Verstimmungen sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen. Wenden Sie sich im Zweifel erst einmal an ihren (Betriebs)Arzt oder einen Therapeuten.

Aufgaben der Leistungskurve anpassen

Wenn Sie aber wissen, dass es doch nur wieder das 15-Uhr-Tief ist, können Sie sich selbst mit einfachen Mitteln helfen. Schon der Gedanke „das kennt man ja, in einer Stunde bin ich wieder besser drauf“ kann die Situation erträglicher machen. Ideal ist es, wenn Sie solche Phasen mit einfachen (Routine-)Aufgaben füllen können, die wenig Energie erfordern. Zum Beispiel E-Mails ausmisten oder Ersatzteile bestellen.

Haben Sie Verständnis mit sich!

Gelegentliche Schwankungen in der Leistungskurve sind völlig normal. Viele Menschen bauen am späten Vormittag ab und im Laufe des Nachmittags. Und nach einer Auszeit (Wochenende oder Urlaub) muss man auch erst wieder in Gang kommen. Haben Sie also Verständnis mit sich und Ihren Mitarbeitern. Wer ständig auf Hochtouren läuft, erhöht sein Risiko, langfristig unter Stress oder Burn-Out zu leiden. Erlauben Sie sich also, in schwachen Momenten auch mal einen Gang runter zu schalten.

Acht Techniken der Selbstmotivation

Wenn Sie grundsätzlich zufrieden mit Ihrem Job sind und nur vorübergehende Lustlosigkeit Ursache für Ihr Motivationstief ist, können Sie es mit ein paar einfachen Techniken überwinden. Motivationstrainer geben folgende Tipps:

  1. Rufen Sie sich in Erinnerung, warum Sie Ihren Job gerne machen und welche Aufgaben Sie besonders mögen. Denken Sie an Kollegen, mit denen Sie gerne zusammen arbeiten, sprechen Sie vielleicht auch mit ihnen darüber.
  2. Schaffen Sie eine angenehme Arbeitsumgebung: Den Schreibtisch aufräumen, die Werkstatt neu bestücken, ein paar Blumen hinstellen, evtl. schöne Musik laufen lassen…
  3. Tanken Sie Sauerstoff, wenn Ihre Konzentration nachlässt: Lüften Sie den Raum oder gehen Sie ein wenig vor die Tür. Frische Luft fördert die Konzentration und das Wohlbefinden.
  4. Machen Sie aus einer Mücke keinen Elefanten: Viele Aufgaben erscheinen im Motivationstief schwerer, als sie sind. Denken Sie daran, wie leicht Ihnen die Bewältigung sonst fällt.
  5. Legen Sie, wenn möglich, einfachere Aufgaben in Ihre persönlichen Tief-Phasen. Auch eine kleine Pause (z. B. fünf Minuten die Augen schließen) kann Wunder bewirken.
  6. Sorgen Sie für Abwechslung: Routine zählt zu den Motivationskillern. Ideal ist ein Wechsel von ruhigen Tätigkeiten und Bewegung.
  7. Motivation entsteht bei der Aussicht auf Belohnung: Durch Erfüllung einer Aufgabe, finanziellen Verdienst oder persönliche Anerkennung. Freuen Sie sich auf das, was Ihnen Ihr Job einbringen wird und sprechen Sie mögliche Defizite an (z. B. fehlendes Feedback vom Chef).
  8. Belohnen Sie sich auch selbst zwischendurch. Gönnen Sie sich etwas Schönes oder sagen Sie sich öfter einmal „das ist mir jetzt aber gelungen“.


Fazit: Ursachen ergründen und Abhilfe schaffen

Auch der ehrgeizigste Mensch hat schwache Phasen. Suchen Sie aber immer nach den Hintergründen, wenn die Motivation im Job nachlässt. Als Fachkraft für Arbeitssicherheit sollten Sie auch Mitarbeitern, die häufig müde und lustlos erscheinen, besondere Aufmerksamkeit schenken und ein klärendes Gespräch führen.

Größere Probleme müssen an der Wurzel gepackt werden. Bei einem kleinen „Durchhänger“ helfen schon einfache Tipps und Maßnahmen. Schließlich ist es wie beim Wetter: Ein Tiefdruckgebiet zieht auch wieder vorüber.

Autorin: Christine Lendt, www.recherche-text.de
Frau Lendt ist freie Journalistin


Veröffentlicht:
2009-03-12

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